RfV

Raum für Vielfalt

 

Seit dem 1. Juli 2019 ist das Weiterbildungsprojekt online öffentlich auf unserer Homepage zugänglich und kann von jedermann kostenlos genutzt werden. Hier gelangen Sie zum Weiterbildungsangebot.

Das Weiterbildungsangebot thematisiert die Möglichkeit zur Erhaltung der Vielfalt in der Kulturlandschaft im Spannungsfeld jeweiliger Nutzungsansprüche von Landwirtschaft und Naturschutz. Anhand verschiedener Aspekte wie etwa der Bedeutung der Erhaltung verschiedener Insektengruppen soll detailliert dargestellt werden, wie günstige Rahmenbedingungen zu einer hohen Vielfalt führen. Es soll erläutert werden, wie sich dies auf die Landbewirtschaftung auswirkt und welche Gestaltungsmöglichkeiten sich für die Landwirte bieten. Auch eine Abschätzung von Aufwand und Ertrag soll mit einfließen.Dies schließt die Bewertung der Biodiversität im Raum für den Landwirt/die Landwirtin mit ein.

 

Ziel und Zielgruppen des Projekts

Ziel ist die Erarbeitung eines Online-Weiterbildungsangebotes für alle Akteure, die an der Landbewirtschaftung und der Gestaltung der Landschaft beteiligt sind. Der Fokus liegt auf der Agrarlandschaft. Daher richten sich die Inhalte in erster Linie an Landwirte und Unternehmen, die Einfluss auf die Landbewirtschaftung haben (Berater, Planer, Kommunen, …). Das Projekt soll innovatives Wissen bezüglich der dauerhaften Anlage von ökologischen Vorrangflächen vermitteln,

Die Module sollen thematisch in sich geschlossen sein, jedoch an entsprechenden Stellen klare Querverweise zu anderen Modulen enthalten. Neben einem einführenden Modul zur Thematik der Vielfalt in der Landschaft sind zu folgenden Themen Module zu entwickeln:

  • ökologische Vorrangfläche
  • Nützlinge
  • Gewässerrandstreifen
  • Blühstreifen
  • Wildkräuter
  • Futterqualität
  • Bodenbearbeitung
  • Bodengesundheit
  • Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

Eine Nutzungs-Grünfläche des Projekts

 

Netzwerkbildung – Zusammenarbeit

Das Netzwerk verfolgt das Ziel, möglichst viele Akteure mit Einfluss auf die Vielfalt in der Agrarlandschaft zusammenzubringen. Es soll ein auf Konsens beruhender anhaltender Diskurs entstehen, der eine möglichst große Vielfalt mittelfristig zu stabilisieren und somit nachhaltig zu wirtschaften ermöglicht. Die Netzwerkbildung wird gefördert durch eine Vielzahl von Workshops zur inhaltlichen Abstimmung sowie durch örtlich wechselnde Symposien für die Akzeptanz der Zielgruppe dienen.

 

Projektleitung

Prof. Dr. Michael Rudner (Koordination)
Tel.: 09826 654-254
michael.rudner[at]hswt.de
 
 

Projektförderung

Dieses Projekt wird aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert.

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Statements der Projektbeteiligten und Partner

Ein ganz besonderer Dank gilt allen Projektbeteiligten und Partnern, die dieses Projekt tatkräftig unterstützt haben und damit „Raum für Vielfalt“ zu einem Erfolg gemacht haben. Ohne deren Mithilfe und Unterstützung wäre dies nicht möglich geworden.
Wir haben Projektmacher und Projektpartner um ihre persönlichen Einschätzungen des Projekts bzw. Weiterbildungs-Portals gebeten und diese hier veröffentlicht.

Erfolg ist abhängig vom kontinuierlichen Angebot.

 

Zum Nutzen des Projekts:

Das Projekt war gestartet lange bevor die biologische Vielfalt in den Fokus des öffentlichen Interesses geraten ist. Wir bieten hier die Sachinformation für die Interessierten, um ins Thema einzusteigen und in sinnvoller Weise Maßnahmen umzusetzen und zu kombinieren.

 

Zur Breitenwirkung:

Wir werden die Module auch in der Lehre an unserer Hochschule verwenden. Damit erreichen wir eine gewisse Breite. Der Weiterbildungstag wird das verstärken. Ein Mitglied des Konsortiums hat am Projektabschluss berichtet, dass >400 ha an Blühflächen im Bereich der Wassergewinnung bereits vertraglich festgelegt wurden. Das ist sicher nicht unser Verdienst, aber wir haben den Akteur sicher bestärkt.

 

Über den Gewinn und Erkentnisse des Projekts:

Die Professorinnen und Professoren, die in dem Projekt zusammengearbeitet haben, sind näher zusammengerückt. Die Sichtweise des jeweils anderen „Partners“ kennenzulernen war ein großer Fortschritt.

Ich hoffe, dass ich mit meiner Arbeit auch die junge Generation, die anders lernt, erreichen und fesseln kann. Ich möchte Sie überzeugen, dass etwas für die Umwelt getan werden muss und uns Monotonie nicht weiterbringt. Wir benötigen dringend die Artenvielfalt. Und jeder kann einen kleinen Beitrag dazu leisten. Mit den vielen farbigen und unterschiedlichen Fotos bzw. Bildern, möchte ich die Leute dazu aufmuntern, mit offenen Augen durch die Landschaft zu gehen.

Ich selbst habe sehr viel gelernt durch die Bearbeitung des Projekts. Die ganzen neuen Erkenntnisse über Naturschutz und Biodiversität und das E-Learning. Dies ebnet mir jetzt den Weg für meine berufliche Zukunft. Dafür bin ich sehr dankbar.

Ich hoffe, dass durch die jetzige Presse-Arbeit auch eine große Breitenwirkung für dieses tolle Projekt erreicht wird.

Das E-Learning-Angebot des Projekts „Raum für Vielfalt“ bietet eine Vielzahl von Lernmodulen an und dürfte in der Breite des Angebots einzigartig sein im Themenbereich Artenvielfalt und Landwirtschaft.

Die Palette der Themen reicht von Bodenbearbeitung über biodiversitätsfördernde Maßnahmen und Auswirkungen der Landwirtschaft auf Tiere hin zu Möglichkeiten der Regionalvermarktung.

Besonders hervorzuheben sind die Möglichkeiten des interaktiven Trainings. In jedem Modul kann das angeeignete Wissen durch Quizfragen überprüft werden. Viele Fragen haben dabei visuellen Charakter, so kann beispielsweise die ökologische Wertigkeit von Blühflächen anhand von Bildern eingeschätzt werden.

Ein weiterer Anziehungspunkt ist die Virtuelle Landschaft, in der verschiedene biodiversitätsfördernde Maßnahmen in einem landwirtschaftlichen Beispielbetrieb räumlich konfiguriert und in ihrer Wirkung auf die Artenvielfalt bewertet werden können.

Die Reckenberg-Gruppe als großer regionaler Wasserversorger unterstützte das Weiterbildungsprojekt „Raum für Vielfalt“ als externer Beteiligter seit Projektbeginn an mit viel Engagement und Zeitaufwand.

Gerade die Kombination Wissenstransfer von Hochschule und Wasserwirtschaft bot beiderseitig viele Vorteile und Ideen bei der Projektumsetzung. Durch die fünfzehn verschiedenen Themenschwerpunkte in jeweils eigens abgeschlossenen Modulen kann beim E-Learning ganz gezielt ein breites Angebot gestreut und abgerufen werden.

Die Reckenberg-Gruppe bietet für Landwirte in ihren Wasserschutzgebieten sog. Freiwillige Kooperationsvereinbarungen an. Hier sind Landwirte und der Wasserversorger Kooperationspartner zum Schutz des Grundwassers vor Verunreinigungen (z.B. Nitrateinträge, PSM). Die Erfahrungen aus über 20 Jahren konnten an vielen Stellen ins Projekt „Raum für Vielfalt“ eingebracht werden. Der Nutzer der verschiedenen Module findet sich aufgrund der einheitlichen Struktur und Vorgehensweise schnell zurecht und kann einzelne E-Learningmodule bearbeiten und wechseln oder sein erworbenes Wissen an einer virtuellen Landschaft testen. Per Text, Bild, Audio und Film werden Information spannend transportiert.

Ein gelungenes Online-Weiterbildungswerk nicht zuletzt wegen der vielen und engen Abstimmungstermine an der Hochschule für alle Landwirte, landwirtschaftliche Berater, Kommunen und Planungsbüros.

Dieses Projekt hat Leute und Disziplinen zusammengebracht, die zusammengehören, die aber vielleicht vorher nicht so viel voneinander wussten.

Es ist schnell gelungen in Bezug auf das angestrebte Niveau der Plattform „Raum für Vielfalt“ einen guten Kompromiss zu finden zwischen fachlicher Tiefe und zeitlichem Aufwand. Ein gewisser zeitlicher Aufwand muss geleistet werden, um zu lernen – und das ist ja durchaus so gewollt.

Auch die Gliederung in klar gefasste Themen macht es einfach über längere Zeit mit den Einzelmodulen am Ball zu bleiben. Die vielgestaltigen Tests zur Stoffsicherung sind ein guter und motivierender Hinweis, die gelernten Inhalte zu reflektieren.

Dadurch, dass so viele Fachleute die Themen aus ihrem Blickwinkel dargestellt haben, ist diese Plattform fachlich solide und anspruchsvoll. Ein Dank gilt Isabel Möhrle, die sehr zupackend mit Ihrer charmanten Art sehr schnell die Leitplanken unserer Plattform erarbeiten lies. Ich erhoffe mir, dass diese Modul einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden kann. Insbesondere sollte es gelingen, dass Landwirte und Vertreter der Umweltseite über diese Module ins Gespäch kommen.

Wo gesprochen wird entsteht Verständnis!

Ein paar Gedanken zu diesem, wie ich schon glaube, einzigartigen Projekt.

Wie sehe ich das, als einer der älteren Teilnehmer und Praktiker. Ich habe Landwirtschaft von der pieke gelernt mit Fremdlehre und Ausbildung zum Landwirtschaftsmeister. Biodiversität hat nur sehr am Rande, eine sehr untergeordnete Rolle gespielt. Was hat in den letzten 50 Jahren die Landwirtschaft geprägt. Immer war es die Anpassung an den Weltmarkt. Große Strukturen zu schaffen damit die Landtechnik mit immer größeren leistungsfähigeren Geräten einsetzbar wird. Immer darauf bedacht die variablen Kosten so niedrig wie möglich zu halten.

Biodiversität als Ziel war gar nicht zu erkennen und hat sich der Profitabilität unter zu ordnen. Heute in der Zeit des Klimawandels und des Artensterbens hat ein großes Erwachen begonnen. So schnell wie sich hier das Umfeld vor allen von Außenstehenden und für die Bauern geändert hat, konnten und können bis heute viele Bauern nicht mithalten. Auch mir fällt das zugegebener weise, schwer. Nur ein absolut sauberer Acker ist ein schöner Acker und der Landwirt ein Könner. Das wir damit und bei den schnell größer werdenden Schlägen der Biodiversität einen Bärendienst leisten wird falls überhaupt wahrgenommen, von den Bauern verdrängt. Ein paar wenige, die hier nachdenklich geworden sind wird das ganze durch eine unsägliche Gängelung und Entmündigung durch viele unsinnige Gesetze, die jedes Detail bis ins letzte regeln wollen, vermiest. So dass große Teile der Landwirtschaft diese Änderung mit großen Frust begleiten.

Die Politik der vergangenen Jahre hat den Bauern auch bei größtem Fleiß, eigentlich keine wirtschaftlichen Erfolge beschert. Ziel deutscher Politik war es, auch wenn es sich niemand so genau hat sagen trauen, super billige Lebensmittel den Verbrauchern zu bieten und der Exportwirtschaft goldige Aussichten zu bereiten. Dafür wurden und werden unsere Bauern tagtäglich verkauft. Denken sie nur an die Freihandelsabkommen, wo Abgeordneten geschwärzte Papiere zur Unterschrift vorgelegt werden. Ein Skandal, der aber so gar nicht wahrgenommen wird. Aber das Umdenken hat begonnen und es wird ein weiter Weg sein. Das Problem dabei ist, dass wir eigentlich

keine Zeit mehr haben. Und viele Länder der Dritten Welt sind gerade dabei unsere Fehler aus der Vergangenheit jetzt auch zu machen.

Das Projekt hat sehr wertvolle Denkanstöße geliefert. Ich bin auch im Netzwerk blühende Landschaft aktiv und hier werden schon in den Nächten Tagen unsere Blühpaten auf meine Blühflächen einladen um sich vor Ort sachkundig machen zu können. Ich bin hier sehr dankbar, dass sich Herr Prof. Martin Döring von der Hochschule Triesdorf bereit erklärt hat, federführend hier mit zu wirken.

Ich würde mir sehr wünschen, dass hier den Bauern einerseits mehr Freiheit in der Gestaltung gegeben wird, diese Leistung für alle auch entsprechend bezahlt wird, und auch wenn ich jetzt meine Berufskollegen vor den Kopf stoße, ein prozentuale Fläche für die Biodiversität zur Verfügung gestellt werden muss, aber das auch entsprechend honoriert wird. Dass, das es in der Landwirtschaft aus eigenen Antrieb sehr schnell geschieht, sehe ich wegen der ganz anderen Orientierung auch bei der Ausbildung nicht. Aber die Gängelung bis ins Detail muss aufhören.

Ich würde mir wünschen, dass die erarbeitete Plattform für viele zugänglich gemacht wird. Wäre hier sicher auch interessant, wenn wir das auch für eine Veranstaltung beim Netzwerk blühende Landschaft nutzen könnten. Vielleicht ist es auch möglich, dass von der Hochschule Triesdorf begleiten zu lassen.

Welchen Nutzen versprechen Sie sich vom Projekt?

Mit dem Schwund der Artenvielfalt ist es notwendig geworden, die bestehende Flora und Fauna wieder kennen und schätzen zu lernen, sowie daran zu arbeiten, den Prozess des Artenrückgangs zu stoppen, bzw umzukehren. Dahin soll das Projekt wirken. Es soll vermitteln, wie Natur funktioniert, damit man dies in Arbeits- und Wirtschaftsprozesse einbeziehen kann. Dies ist mir ein persönliches und gesellschaftliches Anliegen.

 

Ihre persönliche Einschätzung von der Breitenwirkung des Angebots?

Breitenwirkung kann das Angebot m.E. nur bekommen, wenn es in vielen interdisziplinären Medien beworben und besprochen wird. Da man sich im Projekt Informationen je nach Interessenslage herausfiltern kann, sollte auch eine gute Einflussnahme auf die Handlungsebenen erzielbar sein.

 

Was macht dieses Projekt „Raum für Vielfalt“ besonders bzw. einzigartig?

Raum für Vielfalt vertieft Kenntnisse innerhalb der einzelnen Module, bietet aber auch Möglichkeiten, die Module/Fachbereiche miteinander zu verknüpfen. Besonders wichtig ist die Verknüpfung von Fachbereichen, die traditionell zunächst als unvereinbar angesehen werden. Es wird in verständlicher Form Einblick und Verständnisgewinn angeboten für bislang wenig bekannte Sachverhalte.

 

Wie war die Zusammenarbeit bzw. Beteiligung mit der Hochschule?

Auch in der Zusammenarbeit mit der Hochschule gab es Raum für Vielfalt. Ich lernte Sichtweisen und Vorgehensweisen von Lehrenden, Lernenden und Praktikern kennen. Mitunter reichte die Zeit nicht aus, um sich aus dem üblichen Berufsalltag zu lösen und sich in diese Form des Austauschs einzufinden. Erhellend war der Erkenntnisgewinn bei Themen, mit den ich mich ansonsten kaum beschäftigt hätte.

Nur was man kennt, das schützt man!

Dieser Satz wird durch das Projekt „Raum für Vielfalt“ in die Praxis umgesetzt. Es gibt viele Naturinteressierte, die nun in kompakter und modern aufbereiteter Form Informationen finden, die die komplexe Vielfalt der Natur erläutern und Tipps geben, wie die Natur wieder etwas naturnäher gemacht werden kann.

Ich freue mich Teil dieser Initiative gewesen sein und einen hilfreichen Beitrag für das ökologische Verständnis geleistet zu haben. Auch die Zusammenarbeit von Professoren, Studenten, Landwirten, Umweltplanern etc. war gelungen und für alle Teilnehmer informativ.